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20.05.2017 Warum gute Energieberater für Hausbesitzer wichtig sind

Ein Artikel im Hamburger Abendblatt vom 20.05.2017 von Katja Fischer.

Ohne den Energieberater gibt es oft keine Förderung, trotzdem ist die Berufsbezeichnung nicht geschützt. Eine Liste gibt Orientierung.

Ein Energieberater kann ein Architekt, Ingenieur, Heizungsbauer, Schornsteinfeger, Dachdecker oder Haustechniker sein. Auch etliche andere Fachleute werden in einschlägigen Listen geführt. Nicht einfach für Verbraucher, den richtigen Partner für ihr Vorhaben zu finden.

Wann ist Energieberatung sinnvoll?

Schon bei kleineren energetischen Problemen kann sich die Beratung lohnen. Etwa wenn der Energieverbrauch im Haus überdurchschnittlich hoch ist. Bei einer Beratung werden mögliche Ursachen ermittelt und Hinweise zu einfachen technischen Maßnahmen sowie Tipps zur Änderung des persönlichen Verhaltens gegeben, erklärt Martin Brandis vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Das kann eine schnelle Beratung am Telefon oder ein ausführlicher Besuch zu Hause sein. Gerade über Förderprogramme für den Neubau und die energetische Modernisierung klären Berater auf. Denn um diese zu beantragen, müssen speziell geschulte Experten beauftragt werden.

Sind Energieberater also Pflicht?

Ja, für diverse staatliche Förderprogramme. Etwa beim Bau eines KfW-Effizienzhauses 55 oder von Häusern mit noch höherem Energiestandard, erklärt Hermann Dannecker, Vorstand des Deutschen Energieberater-Netzwerks in Frankfurt am Main. Denn dann müssen besondere bauliche Anforderungen erfüllt werden, die der Berater plant und begleitet. Eine sehr komplexe Aufgabe, wie Christian Stolte von der Deutschen Energie-Agentur (dena) ergänzt.

Ein Beispiel: Um eine Förderung der KfW-Bank in Anspruch zu nehmen, muss die energetische Fachplanung und Baubegleitung durch einen Sachverständigen erfolgen. Und zwar nur durch einen Experten, der in der Liste für Förderprogramme des Bundes (www.energie-effizienz-experten.de) eingetragen ist. Der übernimmt dann auch die Antragstellung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkon­trolle (Bafa).

Welcher Energieberater ist gut?

Da die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist, ist die besagte Liste mit Experten maßgeblich. "Bevor die Experten dort aufgenommen werden, müssen sie Nachweise über ihre Grund- und Zusatzqualifikationen erbringen", erklärt dena-Experte Stolte. Alle drei Jahre müssten sie zudem belegen, dass sie an Fortbildungen teilgenommen und praktisch gearbeitet haben. Für jedes Förderprogramm, für das sie weiter gelistet sein wollen, sind Nachweise notwendig. Im dritten Schritt werden alle eingereichten Praxisnachweise einem Plausibilitätscheck unterzogen und die Leistungen stichprobenartig überprüft. "So ist sichergestellt, dass es sich um fachkundige Experten für energieeffizientes Bauen und Sanieren handelt", sagt Stolte.

Welche Kriterien sind bei der Wahl entscheidend?

Alle in der bundeseinheitlichen Liste unter energie-effizienz-experten.de aufgeführten Energieberater haben sich verpflichtet, neutral und unabhängig zu beraten. "Doch das ist nicht das einzige Kriterium, das der Bauherr beachten sollte", findet Hermann Dannecker vom Deutschen Energieberater-Netzwerk. Mindestens ebenso wichtig sei, dass der Experte das Gebäude ganzheitlich und branchenübergreifend bewerten kann und auch ein Auge auf mögliche Baumängel hat. "Dazu sind bei Weitem nicht alle Energieberater in der Lage." Ähnlich wie bei der Suche nach Architekten und Baufirmen kann man sich hierzu vom Energieberater Referenzen geben lassen und zum Beispiel frühere Auftraggeber befragen.

Wie wird Energieberatung gefördert?

Nicht nur energieeffizientes Bauen und Sanieren, sondern auch die Energieberatung selbst wird gefördert. Und zwar vor und während der Baumaßname. "60 Prozent der förderfähigen Beratungskosten, maximal 800 Euro für ein Ein- und Zweifamilienhaus, gibt es als Zuschuss im Rahmen der sogenannten Bafa-Vor-Ort-Förderung", sagt Dannecker. Für die Planung und Baubegleitung übernimmt die KfW-Bank noch einmal 50 Prozent der Kosten, bis 4000 Euro Zuschuss pro Vorhaben.

In manchen Bundesländern gibt es darüber hinaus länderspezifische Förderprogramme für die Energieberatung. So fördert die IFB Hamburg beispielsweise die Energieberatung für bestehende Wohngebäude über den Hamburger Energiepass (www.ifbhh.de). Anträge können auch Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) und Erbbauberechtigte von bestehenden Wohngebäuden stellen.

Zusätzlich bietet die Verbraucherzentrale eine kostenlose telefonische Beratung über die Energie- und Klimahotline (040) 248 32-250 an. Sie wird von der Stadt gefördert und laut Andrea Grimm vom Energieteam "sehr gut angenommen".

© Hamburger Abendblatt 2017 – Alle Rechte vorbehalten.

 

 

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